Pre-Seed Funding für Startups: Funding-Quellen, Bewertung und wie du deine erste Runde vorbereitest.

Pre-Seed Funding ist die erste externe Finanzierung deines Startups — und die, bei der die meisten Gründer die teuersten Fehler machen. Zu früh raised, zu hohe Bewertung, zu weiche Investoren, zu viel abgegeben. Jeder dieser Fehler zieht sich durch alle folgenden Runden. Wer von Anfang an die richtigen Investorentypen kennt und gezielt findet, vermeidet die meisten davon.
In diesem Guide zeige ich dir, wann Pre-Seed wirklich der richtige Schritt ist, welche Kapitalquellen für dich infrage kommen und wie du eine Runde aufstellst, die dich nicht in der nächsten Phase einholt — aus der Erfahrung mit 150+ Fundraising-Runden.
Inhaltsverzeichnis:
Pre-Seed ist die Finanzierungsphase zwischen Bootstrapping und Seed: Kapital, das du brauchst, um Produkt und Markt zu validieren, bevor du skalierst. Mehr dazu: wo sich Fundraising gerade lohnt. In DACH liegen Runden typisch zwischen 250.000 und 1,5 Mio. Euro, der Median bei rund 600.000 Euro. Damit kaufst du dir 12 bis 18 Monate Runway — genug, um Product-Market-Fit zu suchen und erste Traktions-KPIs zu bauen.
Im Fundraise Ready Paket bereiten wir dich in 3 Sprints auf deine Runde vor: Cash Management, Finanzplanung und Fundraise-Story — BAFA-förderfähig.
Pre-Seed kommt vor Seed, aber nach Bootstrapping, EXIST oder Friends & Family. Der Unterschied zu Seed: Pre-Seed ist eine Validierungs-Runde, Seed ist eine Skalierungs-Runde. Investoren erwarten in Pre-Seed keine fertigen Unit Economics, aber einen glaubwürdigen Weg dorthin.
Team steht. Mindestens zwei Gründer mit komplementären Skills und klarem Vesting-Schema. Solo-Founder bekommen in DACH selten Pre-Seed-Kapital — Investoren rechnen damit, dass Solo-Founder in den ersten 18 Monaten einen Co-Founder oder Key Hire brauchen, und das ist ein Risiko.
Produkt oder Prototyp läuft. Ein funktionaler MVP, erste Nutzer oder LOIs. Pure Ideen-Runden gibt es in DACH 2026 nur noch bei zweiten oder dritten Gründungen von Serial Entrepreneurs. Alle anderen brauchen etwas Bewegliches.
Markt ist groß genug. TAM über 500 Mio. Euro, SAM realistisch adressierbar. VCs rechnen rückwärts: Damit ihr Fonds funktioniert, muss dein Exit-Szenario mindestens das 10-fache des Fondsinvestments zurückbringen können. In kleinen Märkten geht diese Mathematik nicht auf.
Kapitalbedarf begründet. Du brauchst einen durchgerechneten Kapitalbedarf, der zeigt, was mit den nächsten 12 bis 18 Monaten Runway konkret passiert: Welche Hires, welche Meilensteine, welche Seed-Ready-KPIs.
12 Punkte, die du vor deiner Pre-Seed-Runde abhaken solltest.
Business Angels. Die primäre Quelle für Pre-Seed in DACH. Tickets 25.000 bis 200.000 Euro pro Angel, Runden von 3 bis 8 Angels gemeinsam. Entscheidungszeit 1 bis 4 Wochen. Mit INVEST-Zuschuss (20 Prozent vom BAFA) wirst du für Angels besonders attraktiv.
Micro-VCs und Pre-Seed-Fonds. Spezialisierte Fonds wie HTGF, APX, Redalpine Seed Fund oder La Famiglia investieren gezielt in Pre-Seed. Tickets ab 250.000 Euro aufwärts. Entscheidungen dauern 6 bis 10 Wochen, die Anforderungen an Deck und Finanzmodell sind höher als bei Angels.
Accelerator-Programme. EF, Techstars, APX, XPRENEURS bieten Pre-Seed-Kapital von 50.000 bis 200.000 Euro plus Curriculum und Netzwerk. Du gibst dafür typisch 6 bis 10 Prozent Equity ab — das ist teuer, aber für First-Time-Founder oft den Preis wert.
Fördermittel. EXIST-Gründerstipendium (bis 150.000 Euro, kein Equity), INVEST-Zuschuss (als Booster für Angels), regionale Programme wie Bayern Kapital oder IBB. Fördermittel verwässern nicht, brauchen aber Zeit und Administration.
Wandeldarlehen. Die flexible Option, wenn du die Bewertung noch nicht fixieren willst. Convertible Notes mit Cap (maximale Bewertung) und 15 bis 25 Prozent Discount auf die Seed-Runde sind in DACH Standard — rechtlich etablierter als US-style SAFE Notes.
Pre-Money-Bewertungen in DACH liegen aktuell zwischen 1,5 und 5 Mio. Euro. Top-Quartil-Startups mit starkem Team und Early Traction erreichen 6 bis 8 Mio. Euro. Gegenüber dem 2021-Peak sind die Bewertungen um 30 bis 40 Prozent gesunken — VCs und Angels sind deutlich selektiver geworden.
Zielverwässerung pro Runde: 15 bis 20 Prozent. Mehr schwächt dich für Seed und Series A, weniger ist unrealistisch, wenn du echtes Kapital ziehst. Die Rechnung: Bei 1 Mio. Euro Raise und 20 Prozent Verwässerung liegt deine Pre-Money-Bewertung bei 4 Mio. Euro. Damit erreichst du in der Seed-Runde typisch 8 bis 15 Mio. Pre-Money und hältst deine Cap Table handlebar.
Rechne die Verwässerung über alle Runden bis Series A durch. Wer in Pre-Seed bereits 30 Prozent abgibt, landet nach Seed und Series A oft bei unter 50 Prozent Gründeranteil — das ist der Punkt, an dem VCs nervös werden und professionelle CEOs ins Gespräch kommen.
Realistisch 3 bis 6 Monate vom Fundraising-Start bis zum Closing. 4 Wochen Vorbereitung (Pitch Deck, Finanzmodell, Data Room), 8 bis 12 Wochen aktive Investorensuche, 2 bis 4 Wochen Verhandlung und Signing, 2 bis 4 Wochen Closing und Kapitaleingang.
Wer Anfang Q1 startet und bis Sommer geschlossen hat, ist im Plan. Wer im September oder Oktober startet, schließt frühestens im März des Folgejahres — weil Dezember und Januar in DACH faktisch tote Fundraising-Monate sind. Plan deine Runde so, dass sie nicht in diese Fenster fällt.
Der teuerste Fehler in Pre-Seed ist nicht die zu niedrige Bewertung. Es ist der falsche Lead-Investor. Ein Angel oder Micro-VC, der nicht zur Seed-Runde passt, wird dir in 12 Monaten als Referenz schaden — und kein VC wird das laut sagen, bevor du es merkst.
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