Was ist dein Startup wert? Die 4 gängigsten Bewertungsmethoden, typische Bewertungen nach Phase und was Investoren wirklich anschauen.
Was ist dein Startup wert? Diese Frage kommt spätestens wenn du das erste Investorengespräch führst — und die Antwort ist alles andere als einfach. Zu hoch bewertet und kein Investor steigt ein. Zu niedrig und du verwässerst unnötig. Die Bewertung ist eine der wichtigsten Verhandlungsgrundlagen deiner gesamten Finanzierungsgeschichte.
In diesem Guide zeige ich dir die gängigsten Bewertungsmethoden für Startups, was Investoren erwarten und wie du eine realistische Bewertung für deine Phase ableitest.
Inhaltsverzeichnis:
Ein etabliertes Unternehmen bewertest du über Cashflows, Gewinne oder Substanzwert. Bei einem Startup existiert davon oft nichts — kein Gewinn, wenig Umsatz, kein Substanzwert. Die Bewertung basiert auf Zukunftserwartungen, dem Team, dem Markt und dem Verhandlungsgeschick beider Seiten.
In der Pre-Seed-Phase liegen typische Bewertungen in der DACH-Region bei 500.000 bis 2 Millionen Euro pre-money. In der Seed-Phase bei 2 bis 8 Millionen. Ab Series A bei 10 bis 30 Millionen — wenn die Metriken stimmen.
P&L, Cashflow und Szenarioanalyse — aus der Arbeit mit 150+ Startups.
Vergleichsmethode (Comparable Transactions). Was haben ähnliche Startups in ähnlichen Runden erhalten? Plattformen wie Crunchbase und Dealroom zeigen dir vergleichbare Transaktionen. Der Vorteil: einfach und marktbasiert. Der Nachteil: jedes Startup ist anders, und die öffentlich verfügbaren Daten in der DACH-Region sind begrenzt.
Scorecard-Methode. Du vergleichst dein Startup anhand von Kriterien wie Team, Marktgröße, Produktreife, Traction und Wettbewerbsposition mit einer Baseline-Bewertung. Jedes Kriterium bekommt einen Faktor (über oder unter Durchschnitt). Die Summe ergibt deine relative Bewertung. Gut geeignet für Angel-Runden.
DCF-Methode (Discounted Cash Flow). Du projizierst zukünftige Cashflows und diskontierst sie auf den heutigen Wert. Theoretisch sauber, praktisch problematisch für Early-Stage — weil die Cashflow-Prognosen auf sehr unsicheren Annahmen basieren. Ab Series A wird DCF relevanter.
Venture Capital Methode. Der Investor rechnet rückwärts: Was muss das Startup beim Exit wert sein damit sich das Investment lohnt? Bei einer erwarteten Exit-Bewertung von 50 Millionen Euro in 5 Jahren und einem Ziel-Return von 10x muss der Investor heute bei 5 Millionen pre-money einsteigen. Die Methode die VCs tatsächlich am häufigsten nutzen.
Team. In der frühen Phase der wichtigste Faktor. Relevante Erfahrung, Track Record, komplementäre Skills und die Fähigkeit unter Unsicherheit zu exekutieren.
Traction. Umsatz, Nutzer, Wachstumsrate — alles was beweist dass der Markt dein Produkt will. Je mehr Traction desto höher die Bewertung und desto weniger Verhandlungsmasse hat der Investor.
Marktgröße. Ein Startup in einem 100-Millionen-Euro-Markt wird anders bewertet als eines in einem 10-Milliarden-Euro-Markt. VCs brauchen das Potenzial für einen großen Exit um ihren Fonds-Return zu erzielen.
Unit Economics. CAC, LTV, Payback Period — funktioniert dein Modell auf Einzelkunden-Ebene? Wenn LTV/CAC unter 3 liegt, signalisiert das ein Skalierungsproblem.
Die Bewertung ist kein objektiver Fakt — sie ist eine Verhandlung. Dein Ziel ist nicht die höchstmögliche Bewertung, sondern die richtige Bewertung die dich für die nächste Runde positioniert.
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